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Jumelage-Treffen in Paris

ein sonniges Wochenende an der Seine – Nachlese –

Vom 20. bis 23. Juni waren wir, 17 Jumeleure aus Bonn, gemeinsam mit 10 Jumelagefreunden aus Berlin zu Gast in Paris. Lucie Vaurabourg, die Präsidentin der Pariser Sektion „Jumelage Poste Télécoms IDF“, hatte ein interessantes und abwechslungsreiches Programm vorbereitet.

Unser Hotel lag sehr verkehrsgünstig im Pariser Süden. Es war vom Bahnhof aus mit der Metro leicht zu erreichen und bildete einen guten Ausgangspunkt für unsere Ausflüge und Besichtigungen.

Das Begrüßungsessen am ersten Abend bot uns gleich die Gelegenheit, viele alte Freunde aus Paris wiederzusehen und neue Bekanntschaften zu machen. Nach dem ersten Glas Wein waren alle Kom-munikationsschranken gefallen, und in dem munteren Gemisch aus Französisch, Deutsch und Englisch wurde schnell klar: diese Menschen verstehen sich über alle Sprachgrenzen hinweg, das ist eben Ju-melage!

Gleich am nächsten Morgen wurde uns eine besondere Ehre zuteil: Wir wurden von einem Senator höchstpersönlich durch das altehrwürdige Senatsgebäude geführt. Dies hatten wir dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass ein Mitglied unserer Gruppe, Jean-Louis Aymard, ein in Berlin lebender Franzose und Ehemann der Vorsitzenden der Berliner Jumelage-Sektion, Sabine Aymard, mit einem ebenfalls in Berlin lebenden Senator befreundet ist, dessen Aufgabe darin besteht, sich um die Belange der im Ausland lebenden Franzosen zu kümmern. So durften wir sogar im großen Sitzungssaal auf den Sitzen Platz nehmen, auf denen im politischen Alltag die Senatoren Gesetzentwürfe der Regierung prü-fen und darüber wachen, dass die bestehenden Gesetze korrekt angewendet werden.

Abgerundet wurde dieses außerordentliche Erlebnis durch einen Spaziergang im „Jardin du Luxem-bourg“, dem zum Senatsgebäude gehörenden Park. Wunderschön angelegt mit alten Bäumen, herrli-chen Blumen und der romantischen „Fontaine de Diane“ ist dieser Park eine grüne Oase inmitten der klassizistischen Bauten und bietet auch Familien eine Attraktion, denn hier können Kinder Spielzeugboo-te ausleihen und auf dem kleinen See mit Blick auf das Senatsgebäude umherfahren lassen.

So verschwand die große Welt der Politik hinter den weißen Segeln kleiner Boote, und wir stärkten uns mit einem Mittagessen im Odeon-Viertel.

Anschließend besichtigten wir ein Kleinod mittelalterlicher Baukunst: die Sainte Chapelle, die Mitte des 13. Jahrhunderts unter König Ludwig IX. errichtet wurde, um wertvolle Reliquien zu beherbergen. Be-eindruckend ist die Unterteilung der Kapelle in zwei Etagen, wobei die obere Etage für die Königsfamilie und die hohen Geistlichen reserviert war. Einen besonderen Zauber üben die großen Fenster der Kapel-le aus, die mit ihren kraftvollen Farben biblische Erzählungen darstellen. Heute ist die Sainte Chapelle Teil des Justizpalastes am Ufer der Seine und gehört zum Weltkulturerbe.

Zum Abschluss dieses wunderbaren Tages erwartete uns ein weiteres Highlight: ein Abendessen auf der Seine. An Bord eines „Bateau Mouche“ erwarteten uns eine liebevoll gedeckte Tafel und ein gut gekühlter „Crémant“ als Begrüßungstrunk. Es war ein außergewöhnliches Erlebnis, unser dreigängiges Menü zu genießen und dabei die Sehenswürdigkeiten von Paris an uns vorbeiziehen zu lassen: vom Eiffelturm über Notre Dame und die île Saint Louis bis zu der von Mitterand erbauten Nationalbibliothek in Bercy fuhren wir unter den Brücken von Paris hindurch und genossen dieses einzigartige Panorama, anfangs noch in der Abendsonne und auf der Rückfahrt im Lichtermeer des nächtlichen Paris.

Am nächsten Morgen ging es in den im eleganten Pariser Westen gelegenen „Bois de Boulogne“, wo der kalifornische Architekt Frank Gehry 2014 ein Museum für moderne Kunst geschaffen hat: die „Fon-dation Louis Vuitton“. Das Museum beherbergt Werke zeitgenössischer Maler und Bildhauer, unter an-derem Werke von Gerhard Richter. Das Besondere an diesem Museum sind jedoch weniger die ausge-stellten Werke, sondern es ist die kühne und faszinierende Architektur. Frank Gehry hat hier aus Glas, Holz, hellem Stein und Metall ein wahres Meisterwerk geschaffen, das eingebettet ist in die grüne Land-schaft des Parks und die Grenzen zwischen Innenräumen und Umgebung zerfließen lässt. Im Untergeschoss beeindrucken ein Konzertsaal und der Blick auf einen künstlichen Wasserfall, und in den oberen Geschossen bieten sich immer wieder völlig unerwartete Ausblicke von den exotisch bepflanzten Terrassen. Bei seinen Planungen für dieses Muse-um hat sich Frank Gehry vom Anblick inspirieren lassen, den vom Wind aufgeblähte Segel bieten, und so ist es keine Überraschung, dass die „Fondation Louis Vuitton“ aussieht wie ein Segelschiff aus Glas, das zufällig im „Bois de Boulogne“ gelandet ist und jederzeit wieder abheben könnte: die Ästhetik der Leichtigkeit in vollendeter Form!

Bois de Boulogne
Bois de Boulogne

Nach diesem beeindruckenden Erlebnis verbrachten wir den Nachmittag im angrenzenden „Jardin d’Acclimatation“, und am Abend rundete ein Besuch im „Cesar’s Palace“ den Tag ab. Bei Wein und gu-tem Essen genossen wir die Vorstellung, die Akrobatik, Musik und Sketche bot. Zu guter Letzt wurde das Publikum noch selbst zum Tanz auf die Bühne gebeten.

Nach dem Frühstück hieß es am nächsten Morgen: Abschied nehmen von unseren Freunden aus Paris und Berlin! Ein großes Dankeschön an unsere Gastgeber für dieses gelungene Wochenende: „Un grand merci et au revoir à Berlin!“

Hanne Schmiedel

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